Geldentwertung ist kein Grund zur Sorge

Es ist das Thema der Crash Propheten. Der Kollaps aller Fiat Geldsysteme und der Kaufkraftverlust der Bürger durch eine exzessive Geldpolitik der internationalen Notenbanken. Heute mal ein kurzer Artikel zur Aufklärung. Alle meine Quellen und Annahmen beziehen sich auf Daten aus den Vereinigten Staaten bzw. auf die Entwicklung der Amerikanischen Volkswirtschaft.

Oftmals werden der Öffentlichkeit solche Bilder gezeigt:

Zu sehen ist, der Kaufkraftverlust des Dollars über einen prolongierten Zeitraum.

Dies mag vielleicht eine beeindruckende Grafik sein, jedoch kann man aus dieser Einschätzung alleine keinerlei Schlüsse ziehen, da die Grafik nicht ins Verhältnis gesetzt wird.


Dem Besitzer von Fiat Währungen (also uns) entstehen nämlich keine Nachteile solange zwei Faktoren erfüllt sind:

  1. Die Einkommen der Haushalte steigen im Durchschnitt schneller oder genauso schnell, wie die Inflationsrate

  2. Sachwerte, wie Aktien oder Immobilien weisen im Durchschnitt eine höhere "Verzinsung" bzw. Wertsteigerungsrate auf, als die Inflation.

Schaut man nun, ob diese beiden Kriterien in den letzten Jahren erfüllt wurden, kommt man zu folgender Beobachtung:

Die Einkommen in den USA sind nach Abzug der Inflation (inflationsbereinigte Einkommen) in der Zeit von 2000 bis 2019 so ziemlich auf einem Niveau geblieben, bzw. die Kaufkraft hat sich leicht verbessert



Die Preise für Sachwerte sind in dem selben Zeitraum jedoch durch die Decke gegangen und hätte selbst hohe Inflationsraten vollständig eliminiert. Einzige Voraussetzung dabei war, dass man am Markt investiert war bzw. Sachwerte besessen hat.

Als Grafik sieht man zum einen die Wertentwicklung des S&P500 Aktienindex und zum anderen die Entwicklung der Häuserpreise in den USA, ausgedrückt durch den S&P/Case-Shiller Häuserpreisindex. Der S&P konnte seit 1994 um 700% wachsen, während der Hauspreisindex ein Plus von 200% verzeichnen konnte.

Es wurden also beide Bedingungen erfüllt.


Das Fazit also, Geldentwertung ist ein Ding Realität, aber keines welches uns derzeit beunruhigen sollte. Wie so oft in der Finanzwelt kommt es darauf an Sachverhalte in den richtigen Kontext zu setzen.

Einfach zu behaupten, dass der Wert oder die Kaufkraft einer Währungen verliert und deshalb das gesamte Fiat Geldsystem zum Scheitern verurteilt ist, ist der falsche Weg.


Es geht darum den Kaufkraftverlust immer mit den Einkommens/Sachwertsteigerungen über einen prolongierten Zeitraum ins Verhältnis zu setzten, da man nur so einen fairen Vergleich anstellen kann.